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Die Freiwillige Feuerwehr steht für verlässlichen Schutz der Bürger

Wenn im Jahr 2011 das 100jährige Jubiläum des Löschzuges Rüthen gebührend und ganzjährig gemeinsam mit der Bevölkerung gefeiert wird, dann liegt ein Jahrhundert voller Engagement hinter den Generationen, die das Leben des Löschzuges Rüthen in all den Jahren ausgestalteten. Für die Stadt Rüthen bedeutet die Freiwillige Feuerwehr bis heute einen verlässlichen Dienst im Sinne der Menschen, die in dieser Stadt leben. Ganz im Sinne: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.

    Bürgersinn führte 1911 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

Dass der Bürgersinn in Rüthen über Jahrhunderte funktionierte, beweist die im Vergleich zu den Nachbarstädten späte Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Rüthen. 1911 gründete Bürgermeister Thiele die Wehr, die fortan eine wichtige Bedeutung für die Sicherheit, aber auch für das gesellschaftliche Leben der Stadt bedeutete. In den fast 100 Jahren, die seit der Gründung vergangen sind, hat sich der Aufgabenbereich der Einsatzkräfte ständig erweitert.

    Drei Feuerwehrhäuser seit der Gründung

Gleiches gilt auch für den Standort. War die Feuerwehr bis Anfang der 1960er-Jahre in einem zweiständigen Feuerwehrhaus direkt an der Hochstraße untergebracht (heutiger Sparkassen-Standort), wurde 1961 ein Gerätehaus mit zwei Stellplätzen für Großfahrzeuge gleich hinter der neu errichteten Sparkasse gebaut und eingeweiht. Bis Mitte der 1970er-Jahre war dort zunächst noch der Bauhof untergebracht, dann wurde das Feuerwehrhaus ausschließlich für Brandschutzbelange genutzt. Bis Ende der 1970er-Jahre waren dort das 1961 beschaffte TLF 16/24 (Foto oben) sowie das 1963 in Dienst gestellte LF 8, ein Faun mit Magirus-Aufbau, untergebracht. Bereits 1973 wurde zusätzlich ein Ford Transit mit langem Radstand als Einsatzleitwagen (ELW) beschafft. 1978 erfolgte eine Ergänzung durch ein Magirus Löschfahrzeug LF 16, das drei später mit einer hydraulischen Rettungsschere sowie Spreizer ausgestattet wurde.

    Seit 1982 am Gartenweg untergebracht

1980 erfolgte dann die Entscheidung zum Bau eines neuen Feuerwehrhauses am Gartenweg. Im Mai 1982 überreichte Stadtdirektor Georg Voß im Beisein zahlreicher Gäste an Stadtbrandmeister Walter Kirsch (Foto oben) die Schlüssel für das neue Domizil. Zunächst war vorgesehen, in einer der sechs Boxen den Rettungswagen des Kreises Soest unterzubringen, was aber schon wenige Monate nach der Einweihung im Jahr 1982 wieder verworfen wurde. Das neue Feuerwehrhaus war zum damaligen Zeitpunkt ein wirklicher Meilenstein, denn erstmals konnten die Fahrzeuge angemessen untergebracht werden. Außerdem standen ausreichend Ausbildungsräume zur Verfügung. Schon 1985 wurde das Thema Gefahrgut intensiviert, die ersten Säureschutzanzüge waren einsatzbereit. Mit dem erweiterten Aufgabenfeld und der wachsenden Zahl von Einsatzfahrzeugen wurde eine Erweiterung der Fahrzeughalle notwendig, die 2009 in Angriff genommen wurde.

    Der Klassiker –  das alte Rundhauber-TLF 16/24

Für Freunde  der Tradition hat der Löschzug Rüthen zahlreiche historische Einsatzgeräte erhalten. Besonders herausragend: der alte, lang gediente Tankwagen blieb auf Wunsch der Einsatzkräfte bis heute erhalten. Als das Magirus-Tanklöschfahrzeug übergeben wurde, gehörte die Freiwillige Feuerwehr Rüthen noch zum Altkreis Lippstadt. Als 1961 das TLF 16/24 einsatzbereit war, war es eines der ersten in der Region. Grund für die Indienststellung war der Waldreichtum der Stadt, den die Freiwillige Feuerwehr absichern sollte. Der Magirus-Rundhauber wurde auf dem Schulplatz der Nikolausschule in Dienst gestellt.

    In den 1970er-Jahre steigt der Bedarf an technischer Hilfeleistung rasant

In den 1970er-Jahren stieg die Zahl der Verkehrsunfälle rasant an, so dass die technische Hilfeleistung des Löschzuges Rüthen immer öfter benötigt wurde. Dementsprechend testete der Löschzug Rüthen im Jahr 1980 die ersten Hersteller von Rettungsscheren und Rettungspreizern - 1981 wurde der erste hydraulische Gerätesatz in Dienst gestellt. Mit der Inbetriebnahme der Rettungsleitstelle und der Neuorganisation der Alarm- und Ausrückeordnung erhielt die technische Hilfeleistung in den 1980er-Jahren eine zentrale Bedeutung

    Qualifikation für den Umwelt- und Strahlenschutz

In den 1980er-Jahren stand der Umwelt- und Strahlenschutz im Mittelpunkt - der Löschzug Rüthen rüstete auf. Nach Tschernobyl und Großschadensereignissen nach Chemiehavarien erhielt der Löschzug Rüthen die ersten Chemieschutzanzüge, es folgt ein eigenes Fahrzeug, der Gerätewagen "Gefahrgut-Umweltschutz".

    Vorgeschmack auf das Feuerwehrjubiläum

In historischen Uniformen und mit zeitgenössischen Gerätschaften war der Löschzug Rüthen beim 800jährigen Stadtjubiläum von Rüthen engagiert dabei. Natürlich gab es historische Einsatzübungen - mit großer Authentizität und Unterhaltungswert. Das war ein früher Vorgeschmack auf das Feuerwehrjubiläum im Jahr 2011.

    Gerätehauserweiterung 2009 fertiggestellt

Im November 2008 wurde der neue Einsatzleitwagen auf Basis des Mercedes Benz Sprinter in Dienst gestellt. Damit verfügt der Löschzug Rüthen über ein Führungsfahrzeug, das im Hinblick auf Kommunikationstechnik den aktuellen Anforderungen an eine effiziente Einsatzleitung Rechnung trägt. Für das Fahrzeug sind Spezialisten ausgebildet, die künftig stadtweit und bei Bedarf auch darüber hinaus zum Einsatz kommen. Und natürlich stand seit 2008 das Großprojekt der Feuerwehrhauserweiterung im Mittelpunkt. Drei zusätzliche Fahrzeugstellplätze wurden mit erheblichem Eigeneinsatz der Wehrkräfte erstellt, nachdem zuvor die Grundsteinlegung Politik und Feuerwehr zusammenführte (Foto oben).

    2011 erhielt der Norden der Bergstadt mit dem Steigerturm ein neues Wahrzeichen

Der Löschzug Rüthen schenkte der Bergstadt ein Stück Feuerwehrtradition: Rechtzeitig zum 100jährigen Jubiläum errichteten die Wehrmänner am Feuerwehrhaus am Gartenweg einen Steigerturm  – genauso wie er vor fast 100 Jahren in der Innenstadt gestanden hatte. Auf Basis der Originalunterlagen aus dem Stadtarchiv konnten die neuen Skizzen nahezu zentimetergenau übernommen werden – ein Glücksfall heimatgeschichtlicher Authentizität. Die Vorbereitungen ging bereits im Frühjahr 2011 in die Zielgerade: Architekt Willi Henze hatte bereits die Statik erstellt, so dass der immerhin neun Meter hohe Turm aus Eichenbalken auf einem fast zwei Meter tiefen Betonsockel stehen kannt und damit jedem Sturm trotzt. Seinem ersten Vorgänger, der nach der Löschzuggründung 1912 errichtet worden war, ereilte einst genau jenes Schicksal, als er in einer gewaltigen Sturmnacht 1925 umstürzte. Zum 25jährigen Jubiläum 1936 baute die Freiwillige Feuerwehr dann einen zweiten Steigerturm auf einer Wiese von Brauereiinhaber Wilhelm Helle unweit der St. Johannes Kirche auf. Das Übungsobjekt konnte anlässlich des Kreisfeuerwehr-Verbandstages des Kreises Lippstadt seiner Bestimmung übergeben werden. Es verschwand erst nach vielen Jahren, weil die Hakenleiter als notwendiges Einsatzinstrument an einsatztaktischer Bedeutung eingebüßt hatte. „Die Steigerabteilung hatte in den ersten 50 Jahren der Rüthener Feuerwehrgeschichte eine zentrale Funktion, weil dort intensiv Ausbildung betrieben werden konnte“, beschreibt Hüske.

Künftig das Retten und Selbstretten perfekt üben

In Westfalen war das in den 1920er- und 1930er-Jahren längst keine Seltenheit. Wer keinen Schlauchturm am Feuerwehrhaus für solche Übungszwecke nutzen konnte, bediente sich eben der pfiffigen Holzkonstruktionen. Tatsächlich existierte gleich nach der Gründung durch den damaligen Bürgermeister Thiele jene Steigerabteilung, die von Josef Ballhorn und Heinrich Kannengießer geführt wurde. Sie wurden von zwei Spritzenabteilungen unterstützt, die letztlich für die Wasserversorgung zuständig waren. Hüske: „Die Wehrmänner gingen mit speziellen Hakenleitern vor, die jeweils von Brüstung zu Brüstung eines jeden Geschosses weitergereicht und dort festgehakt wurden.“ Nach einer strengen Dienstvorschrift arbeiteten sich die Wehrmänner dann von Geschoss zu Geschoss nach oben – immer gesichert durch den eingehängten Hakengurt.

 

Der Steigerturm am Feuerwehrhaus soll aber in Zukunft nicht nur ein beeindruckendes Schauobjekt sein, sondern dient zugleich dem sinnvollen Übungsbetrieb  – freilich ohne die heute längst ausrangierten Hakenleitern. „Wir werden künftig das Retten und Selbstretten perfekt üben können“, kündigte der Löschzugführer an. Dass das möglich ist, wurde den Gästen gleich beim Tag der offenen Tür 2011 demonstriert, zu dem Pfarrer Bernd Götze das imposante Bauwerk eingeweiht hatte.

 

 

 

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