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Furioses
Jubiläumsjahr bleibt noch lange in Erinnerung - und der
Steigerturm gilt als Symbol

Mit einem publikumsintensiven Jahresprogramm feierte der Löschzug
Rüthen 2011 sein Jubiläum - am 8. Dezember 1911 war die
Freiwillige Feuerwehr der Bergstadt von Bürgermeister Thiele
begründet worden. Während andere Gemeinden rings herum schon längst auf
diese Weise organisiert waren, hatte das bürgerliche Löschwesen
noch bis dahin nach bestem Bürgersinn reibungslos funktioniert - Hilfe
wurde geleistet, wo Hilfe nötig
war. Und auch in den zurückliegenden fast 100 Jahren wurde das
Prinzip der freiwilligen, ehrenamtlichen Tätigkeit zur Prämisse
des täglichen Handels. Der Löschzug Rüthen gilt heute, 100 Jahre
später, als
verlässlicher Partner der Bürger - in allen Lebenslagen. Retten,
löschen, bergen schützen - dieses Motto gilt unverändert. Und
davon konnten sich die Menschen im Verlauf des Jahres 2011
überzogen. Nie zuvor hatte der Löschzug Rüthen ein solch breites
Feuerwerk von spektakulären und ebenso beeindruckenden
Veranstaltungen präsentiert - das Jahr 2011 stand in der
Bergstadt zweifellos ganz im Zeichen der Feuerwehr!Neben den
zahlreichen Veranstaltungen wurde aber auch ein Meilenstein
besonderer Güte gesetzt. Mit dem historischen Steigerturm
errichtete der Löschzug Rüthen nach mehrwöchiger intensiver
Arbeit einen historischen Steigerturm - historische Unterlagen
im Stadtarchiv und das handwerkliche Engagement der freiwilligen
Einsatzkräfte hatten das mächtige Bauwerk, das für jeden am
Gartenweg sichtbar ist, entstehen lassen.

+++Das
Jubiläumsjahr in Wort & Bild++++++Das Jubiläumsjahr in Wort &
Bild+++Das Jubiläumsjahr in Wort & Bild+++
Heimatstube mit Ausstellung zur Geschichte prägte 2011
Exponate aus der
100jährigen Feuerwehrgeschichte gezeigt
Der
Blick zurück auf 100 Jahre Rüthener Feuerwehrgeschichte – in der
Museumsstube am Hachtor konnten 2011 alle Interessierte einen
Einblick nehmen. „Der Feuerschutz ist ein zentrales Thema, das
die Menschen in der Bergstadt seit Jahrhunderten bewegt“, sagte
Hermann Krämer, erster Vorsitzender des Heimatvereins, bei der
Eröffnung der Sonderausstellung, die anlässlich des 100jährigen
Jubiläums des Löschzuges Rüthen eingerichtet worden war. Hermann
Rieck und Bernd Kellermann hatten in monatelanger Arbeit
historisches Material zusammengetragen und für die
Ausstellungsräume vorbereitet. „Es ist ein illustrer Querschnitt
durch den organisierten Brandschutz“, so Rieck.

Zu
sehen warem sogar historische Exponate aus der Zeit, als in
Rüthen die Feuerwehrschläuche noch Schlangen hießen: Tatsächlich
konnte der Löschzug Rüthen zwei historische Ledereimer vor dem
Verfall bewahren – heute freilich vom Zahn der Zeit gehärtet.
„Wer dieses Ausstellungsstück in Händen hält, mag einen Eindruck
davon gewinnen, wie hilflos sich einst die Rüthener bei den
Stadtbränden gefühlt haben müssen“, erinnerteLöschzugführer
Franz-Josef Hüske an längst vergangene Jahrhunderte. Zu sehen
waren auch zahlreiche historische Fotos – von Einsätzen bis hin
zu den drei Domizilen, die bis heute die Bergstadtwehr
beherbergten. Hermann Krämer würdigte den Bürgersinn des
Löschzuges Rüthen, der auch nach intensivem Archivstudium belegt
werden könne: „Es ist schön, mit dieser Ausstellung einen
facettenreichen Einblick in den Werdegang unserer Wehr nehmen zu
können.“ Beim Rundgang fiel sogleich die historische
Einsatzkleidung mit den schmalen Lederhelmen ins Auge. „Das war
ein Fortschritt, als nach der Gründung 1911 die Wehrmänner mit
Schutzkleidung zum Brand ausrücken können“, so Bernd Kellermann.
Schon von draußen zu sehen war die gewaltige Motorpumpe, eine
Tragkraftspritze vom Feuerwehrausrüster Magirus, die in den
1930er-Jahren in Rüthen im Einsatz war und für Effizienz beim
Löscheinsatz sorgte. Die Pumpe war bereits zum 75jährigen
Jubiläum restauriert worden und gilt heute als Reminiszenz an
die Anfänge der Motorisierung des Feuerwehrlöschwesens in
Rüthen.

Jubiläumschronik setzt Akzente - eine Dokumentation von Historie
und Gegenwart
Löschzug
Rüthen hat ein Stück Stadtgeschichte geschrieben
100
Jahre, 100 Seiten: Der Löschzug Rüthen präsentierte im Januar
2011, also gleich zum Auftakt der Feierlichkeiten, ihre
Jubiläumschronik mit dem Titel „Jede Sekunde zählt!“ Schon beim
ersten Durchblättern entdeckten die Leser die Bergstadt aus dem
faszinierenden Blickwinkel der Feuerwehr. „Es ist die bewegende
Geschichte von den Anfängen 1911 bis zum heutigen Tag –
Ehrenamtlichkeit im Dienste des Nächsten“, sagt Löschzugführer
Franz-Josef Hüske. Selbst Nordrhein-Westfalens
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ließ es sich nicht nehmen,
gleich zu Beginn der Chronik die Verdienste der freiwilligen
Einsatzkräfte zu würdigen: „Damit alles reibungslos läuft,
stehen regelmäßig Übungen, Aus- und Weiterbildungen und
Leistungsnachweise auf dem Dienstplan. Dadurch ist der Löschzug
Rüthen mit seinen Feuerwehrmännern und -frauen bestens gerüstet
für seine wichtigen Aufgaben.“ Einsatzschwerpunkte, aber auch
Fahrzeuge und Geräte beleuchtete das 100-Seiten-Werk ebenso
ausführlich wie die Zusammenarbeit mit den heimischen
Unternehmen, deren Brandschutz und Sicherheit die Feuerwehr
gewährleistet. Tatsächlich warf die Festschrift aber auch einen
schlaglichthaften Blick zurück auf das Feuerwehrlöschwesen in
der Bergstadt, als in den Protokollen des Magistrates Schläuche
noch „Schlangen“ hießen. Franz-Josef Hüske: „Der Löschzug Rüthen
hat ein Stück Stadtgeschichte geschrieben, weil das Prinzip der
Freiwilligkeit von gestern bis heute Bestand hat.“
Über 250 Fotos stellten auf rund 100 Seiten die Entwicklung des
Löschzuges Rüthen vor, wobei das letzte Vierteljahrhundert
zweifellos die größten Veränderungen und Fortschritte brachte.
Innerhalb der Jahreschronik wurden deshalb auch die letzten 25
Jahre detailreich aufgearbeitet. Auch die übrigen Löschgruppen
im Stadtgebiet waren im Portrait dargestellt. Und natürlich
wurde das Titelfoto zum Blickfang: Es zeigte den Brand des
Hauses Stemmer, das am 5. September 1995 im Schatten der
Nikolaus-Grundschule in hellen Flammen aufging.
„Wir haben das Foto des
traditionsreichen Fachwerkhauses bewusst gewählt, weil der Brand
die entfesselte Feuersgewalt deutlich macht, denen die Bewohner
auch in früheren Jahrhunderten ausgeliefert waren – freilich
einst ohne Löschwasserversorgung und organisierte Feuerwehr“,
sagt Ulrich Biene, der die redaktionelle Koordination des
Projektes in Händen hielt. Rund vier Monate intensive Arbeit
investierte der Löschzug Rüthen, sichtete Fotos und sammelte
Material. U
Die Jubiläumschronik des Löschzuges Rüthen hatte
die Erwartungen der Leser übertroffen – überraschendes Lob gab
es auch vom Verband der Feuerwehren Nordrhein-Westfalen. Dr.
Klaus Schneider, Ehrenvorsitzender und langjähriger Archivar,
bescheinigte der Bergstadt-Wehr eine rundherum gelungene
Publikation: „Layout und Bilder sind von hervorragender
Qualität.“ Dr. Schneider muss es wissen, ist er doch Herr eines
Archivbestandes von über 2.200 Jubiläumspublikationen. Nach
seinen Worten sei vor allem die Einbindung der heimischen
Industrie in Form von Einsatz- und Übungsportraits ein
erfreuliches Novum. „Das liest man in sonstigen Festschriften in
der Form nicht“, würdigte der oberste Archivar der Feuerwehren
im Land die Jahrhundertchronik des Löschzuges Rüthen.
Weitere Anknüpfungspunkte sieht Dr. Klaus
Schneider aber auch angesichts der vorgestellten
Feuerpolizeiverordnung von 1842, die 1895 erneuert und 1906
durch eine „Polizeiverordnung betreffend das Feuerlöschwesen der
Stadt Rüthen“ ersetzt worden war. Hieraus ergeben sich neue
Ansätze für die historische Forschung innerhalb der
Brandschutzhistorie des Landes. „Wir werden den Verband der
Feuerwehren Nordrhein-Westfalen mit allen zugänglichen Quellen
unterstützen, um der wissenschaftlichen Forschung neue Impulse
geben zu können“, so Rüthens Löschzugführer Franz-Josef Hüske.
Die Festschrift mit dem Titel „Jede Sekunde zählt!“ ist nach wie
vor erhältlich. Fest eingebunden hält sie 100 Seiten mit weit
über 250 Fotos von gestern bis heute bereit – ein lesenswertes
Kompendium rund das Thema Feuerwehr in der Bergstadt.
Der Auftakt - die Agatha-Feier 2011
Festakt mit
Gedenken eröffnete das Jubiläumsjahr

Es war ein imposanter Auftakt des Jubiläumsjahres
und ein Beweis, welche Bedeutung der Löschzug Rüthen im Leben
der Bergstadt besitzt. Nicht ohne Grund hatten die Organisatoren
den Festtag ihrer Schutzpatronin, der heiligen Agatha, für den
offiziellen Start zum 100jährigen Bestehen ausgesucht. „Wir
wollten alle Vereine an der Feier teilhaben lassen, die schon in
den Anfangsjahren des Löschzuges Rüthen zur festen Tradition
wurde“, sagte Löschzugführer Franz-Josef Hüske. Bereits am
frühen Morgen versammelten sich die Abordnungen der Vereine
sowie der Löschgruppen des Stadtgebietes am Feuerwehrhaus am
Gartenweg, um von dort in die St. Johannes-Kirche einzuziehen.
Gemeinsam mit Pfarrer Bernd Götze wurde der Festgottesdienst
gefeiert, der von den aktiven Feuerwehrkameraden vorbereitet und
mitgestaltet wurde. Nach dem Festgottesdienst zog der
Löschzug Rüthen gemeinsam mit den Gästen zum Ehrenmal auf dem
Friedhof, wo ein Kranz niedergelegt wurde. Stellvertretender
Stadtbrandinspektor Friedel Bitter widmete seinen Dank
jenen verstorbenen Kameraden, die zu jeder Zeit der
Löschzughistorie für den freiwilligen Dienst eingestanden waren.
Beim anschließenden Festakt nutzten zahlreiche Vereine die
Gelegenheit zur Gratulation. Sie alle waren einer Meinung: Der
Löschzug Rüthen aus dem gesellschaftlichen Leben als
verlässlicher Partner nicht wegzudenken.


Kindergärten und Schulen im Mittelpunkt
Mädchen und
Jungen entdeckten die Feuerwehr mit ihren Augen
„Das ist die Feuerwehr aus Kinderaugen, genauso wie sie die
Mädchen und Jungen erlebt haben“, beschrieb Löschgruppenführer
Dirk Schrewe die vielen bunten Bilder. Sie waren das Ergebnis
eines Malwettbewerbes in den Kindergärten St. Josef, St. Marien,
Zwergenland Altenrüthen und der Arche-Kinderland, bevor sie im
Frühsommer 2011 in den Geschäftsstellen der heimischen Banken zu
sehen waren. Insgesamt 159 Kinder hatten sich beteiligt, so dass
die Arbeiten der Drei- und Vierjährigen in der Rüthener
Volksbank und die Bilder der Fünf- und Sechsjährigen in der
Sparkasse am Markt ausgestellt wurden. Vorangegangen war ein
Besuch des Löschzuges Rüthen zur Brandschutzerziehung in jeder
Einrichtung. Dabei wurde anlässlich des 100jährigen Jubiläums
zugleich auch eine Einladung zum Besuch des Feuerwehrhauses
ausgesprochen. So kamen die Kindergärten ebenso wie die St.
Nikolaus-Grundschule in den intensiven Themendialog. „Es waren
viele Eindrücke, die die Kinder, aber auch wir Wehrleute
mitgenommen haben“, bilanzierte Dirk Schrewe, der seit Jahren
Brandschutzerziehung betreibt. „Es ist gut zu wissen, dass die
Mädchen und Jungen ein großes Basisinteresse für die Aufgaben
der Feuerwehren mitbringen.“ Die besten Arbeiten wurden von
einer Jury unter Teilnahme der Ortsvorsteher von Rüthen und
Altenrüthen bewertet, ehe die Preise noch vor den Sommerferien
übergeben werden konnten. Die Klassen der St.
Nikolaus-Grundschule hatten sich ebenfalls bei Bastelarbeiten
mit der Feuerwehr auseinandergesetzt. Diese Ergebnisse waren
beim „Tag der offenen Tür“ im Feuerwehrhaus zu sehen.

Die
Jungen und Mädchen in den Kindergärten aus Rüthen und
Altenrüthen hatten für das Thema Feuerwehr alles gegeben.
In
Volksbank und Sparkasse waren die Werke der drei- bis
sechsjährigen Kinder zu sehen.
Leistungsnachweise 2011 in Rüthen
600 Einsatzkräfte
legen ihre Leistungsnachweise ab
Die Bergstadt wurde im Mai 2011 zum
Leistungszentrum für die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis
Soest. Bereits morgens starteten am Schulzentrum am
Schlangenpfad Löschgruppen aus allen 14 Städten und Gemeinden zu
den Leistungsnachweisen. Anlässlich des 100jährigen Jubiläums
des Löschzuges Rüthen hatten die aktiven Kameraden aus der
Bergstadt die Ausrichtung übernommen – immerhin über 600
Einsatzkräfte waren im Verlauf des Tages mit ihren
Löschfahrzeugen nach Rüthen kommen, um die gestellten Aufgaben
zu bewältigen.
Im
Mittelpunkt stand natürlich ein Löschangriff, zu dem die
neunköpfige Gruppe zunächst die Löschwasserversorgung aufbaute,
um anschließend unter den kritischen Augen der Schiedsrichter
drei C-Rohre vorzunehmen. Mit dem Treffen des letzten Zielfeuers
wurde die Zeit gestoppt und Fehlerbilanz gezogen. Außerdem ging
es im weiteren Verlauf um den sportlichen Teil, bei dem die
Löschgruppe auf dem Sportplatz einen Hindernisparcours
absolvieren musste. Um auch das Wissen um das technische Knowhow
in der Theorie unter Beweis zu stellen, mussten die
Einsatzkräfte Fragen beantworten. Zu guter Letzt war die
Fingerfertigkeit bei Knoten und Stichen, die im Einsatz
unerlässlich sind, gefragt – auch hier schauten die
Schiedsrichter ganz genau hin. Am Ende des Tages waren rund 70
Löschgruppen aus dem Kreisgebiet zu Gast gewesen.
Oldtimer-Ausfahrt
2011 - Anmeldungen schon jetzt möglich!
So viele
Feuerwehrklassiker gab es in Rüthen noch nie zu sehen

Klassikerfreunde aus vielen Teilen der Republik waren nach
Rüthen gekommen, als der Löschzug Rüthen die Bergstadt zum
Treffpunkt historischer Feuerwehrklassiker machte! Freunde
historischer Brandschutzfahrzeuge kamen beim Oldtimertreffen im
Juli 2011 voll auf ihre Kosten. Anlässlich der
Jubiläumsfeierlichkeiten zum Feuerwehrjubiläum starteten morgens
über zwei Dutzend Löschfahrzeugveteranen zur Oldtimerausfahrt
durch den Kreis Soest – viele davon hatten über 40 Jahre auf dem
Buckel. Die Teilnehmer erwartete auf einer 90 Kilometer langen
Strecke über Haar und durchs Möhnetal eine reizvolle Landschaft,
ehe es am Spätnachmittag zurück in die Bergstadt ging.
Zahlreiche Klassiker der Brandschutzhistorie der letzten 50
Jahre waren in der Bergstadt dabei. Neben Opel Blitz oder
Mercedes Benz war auch ein Südwerke-Krupp-Oldie dabei, der einst
für die Alliierten-Streitkräfte von Metz gebaut wurde. Im
Mittelpunkt stand natürlich der Magirus Rundhauber, das TLF 16,
das 1961 eingeweiht und inzwischen vollständig restauriert als
Museumsfahrzeug in Händen des Löschzuges Rüthen erhalten wird.
Die zahlreichen Fahrzeuge, darunter auch die begehrten Rund- und
Eckhauber von Magirus standen am nachfolgenden Tag der offenen
Tür zur Besichtigung zur Verfügung - eine wunderschöne Kulisse
für den Festhöhepunkt.

Talkrunde mit attraktiver Zukunftsdiskussion
Zukunftsdiskussion
blickte auf das nächste Jahrzehnt mit vielen Herausforderungen
Geladene Gäste aus den Feuerwehren des Kreises Soest, der
Nachbarwehren sowie aus Politik und Wirtschaft warfen im Rahmen
einer abendlichen Podiumsdiskussion einen Blick in die Zukunft
von Rüthens Feuerwehr. In der Stadthalle Rüthen startete die
Talk-Runde mit Führungskräften und Vertretern aus Wirtschaft und
Verbänden, die das Thema „Die Feuerwehr im Jahr 2021 –
Perspektiven & Herausforderungen“ beleuchteten. WDR-Moderatorin
Michaela Padberg von der Lokalzeit Südwestfalen diskutierte mit
Bernhard Schulte-Drüggelte, Mitglied des Bundestages,
Bezirksbrandmeister Hartmut Ziebs, Kreisbrandmeister
Thomas Wienecke sowie Johannes Schulte, Geschäftsführender
Gesellschafter der Meister Werke, und Werner Bastin, dem
Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hellweg, über die
brennenden Feuerwehrthemen Ehrenamt, demografischer Wandel, aber
auch Jugendfeuerwehr und Finanzausstattung. Außerdem engagierten
sich die Löschgruppen aus dem Rüthener Stadtgebiet mit
fachbezogenen Präsentationen an der Veranstaltung.

Tolle Resonanz: Tag der offenen Tür 2011 am
Feuerwehrhaus
Wenn die
Feuerwehr ruft, kommt die Bevölkerung gern
Höhepunkt im Jubiläumsjahr: Der Löschzug Rüthen feierte – und
alle feierten mit! Der „Tag der offenen Tür“ stand im Juli 2011
mit seinem Programm ganz im Zeichen der Familien und
Feuerwehrinteressierten. Zum Auftakt zelebrierte Pfarrer Bernd
Götze zur Eröffnung am Feuerwehrhaus am Gartenweg ein
Festhochamt , in dessen Verlauf er auch den historischen
Steigerturm einweihte. Diese immerhin zehn Meter hohe
Eichenholzkonstruktion entstand nach historischen Plänen aus dem
Stadtarchiv mit dem ehrenamtlichen Engagement der
Feuerwehrkameraden.
 
Danach drehte sich dann alles rund um die Feuerwehr. Zahlreiche
Einsatzübungen, aber natürlich auch die Vorstellung sämtlicher
technischen Geräte bewiesen den Gästen, welchen technischen
Fortschritt der Löschzug Rüthen in den letzten 25 Jahren
vollzogen hatte. Bei einer historischen Übung am Steigerturm
erklommen die Wehrmänner nach dem Beispiel der einstigen
Steigerabteilungen der Freiwilligen Feuerwehr mit Hakenleitern
Geschoss für Geschoss. Darauffolgend wurde ein Brandeinsatz
simuliert, bevor sich auch noch die Jugendfeuerwehr vorstellte.

Während des gesamten Tages kamen alle Fahrzeuge und Geräte des
Löschzuges Rüthen zur Ausstellung. Mit dabei war auch der
Ortsverein des DRK. In einer Ausstellung waren historische
Fotos, aber auch die Bastelarbeiten der Mädchen und Jungen der
St. Nikolaus-Schule zu sehen, die zuvor gebaut worden waren. Zu
guter Letzt konnte sich der Löschzug Rüthen über eine tolle
Resonanz freuen - viele hundert Menschen kamen an den Gartenweg,
um das Jubiläum mottogerecht mitzufeiern.
 
Interkommunale Übung in der Rüthener City
Ja, auch das gab
es 2011: Bürgermeister aus Kirchturm gerettet
Spektakulärer Höhepunkt zum 100jährigen Jubiläum des Löschzuges
Rüthen: Mit der größten Einsatzübung der Geschichte wurden die
Einsatzkräfte in der Rüthener Innenstadt gleich zu mehreren
realistischen Gefahrenszenarien gerufen. Höhenretter aus
Paderborn und dem Kreis Soest retteten Menschen mit
Rettungsleinen aus dem Turm der St. Nikolaus-Kirche, vor der
Hirsch-Apotheke wurde ein Tankwagenunfall simuliert, bei dem der
ABC-Zug zum Einsatz kam. „Noch nie konnten die Bürger einen so
eindrucksvollen Einblick in unsere Arbeit gewinnen“, bilanzierte
Löschzugführer Franz-Josef Hüske, der zur Begrüßung der weit
über 100 Einsatzkräfte einen Rückblick auf das Jubiläumsjahr
2011 gab. Tatsächlich waren die Aktivitäten von der Agatha-Feier
über die Leistungsnachweise bis hin zum Tag der offenen Tür von
bestem Wetter und guter Resonanz begleitet. „Unser Dank gilt
allen, die uns unterstützt haben“, so Hüske. Dass es ein
erfolgreiches Jahr war, unterstrich auch Stadtbrandinspektor
Klaus Adams, bevor Kreisbrandmeister Thomas Wienecke die
Grußworte an die Einsatzkräfte richtete. Dann erschallte nach
einem Jahrzehnt Pause erstmals wieder die Sirene in der
Bergstadt – die Großübung begann!
Das Einsatzszenario im Herzen der Rüthener City besaß über die
Demonstration hinaus auch einen ernsten Hintergrund, denn als
Stabsrahmenübung kam der Führungsstab des Kreises Soest im
Rathaus zusammen und wurde vom Einsatzleitwagen (ELW 2)
unterstützt. Von dort aus wurde ein fiktiver Großbrand bei
Meister Leisten koordiniert. „Genau das macht die Authentizität
der Großübung aus, deren Realitätsnähe für jeden sichtbar war“,
so Franz-Josef Hüske. Entsprechend der Bedeutung kamen
Einsatzkräfte aus den Stadtgebieten Rüthen, Warstein, Anröchte,
aber auch Erwitte, Werl und Paderborn zum Einsatz – darunter
Dutzende hochqualifizierter Feuerwehrspezialisten. Besonders
atemberaubend war die Menschenrettung am Turm der St.
Nikolaus-Kirche, bei der sich Bürgermeister Peter Weiken retten
ließ. Beeindruckt von der Leistung zeigte er seinen Respekt vor
dem Engagement der Einsatzkräfte: „Wir können froh sein, dass
wir eine so gute Feuerwehr haben.“
Speziell ausgebildete Höhenretter aus den Kreisen Soest und
Paderborn zeigten gleich mehrfach ihre Professionalität im
Umgang mit Gefahrenlagen in nur schwer erreichbaren Höhen. So
wurden vom Kirchturm Menschen per Rettungsleinen auf den
sicheren Boden gebracht, genauso wie es im Ernstfall passieren
würde. Wenig später kam dann auf dem Marktplatz hydraulisches
Rettungsgerät bei einem gestellten Verkehrsunfall zum Einsatz.
Gleich mehrfach übernahmen unterschiedliche Löschgruppen die
Bergung von Verkehrsunfallopfern aus den Unfallfahrzeugen.
Unterdessen wurde im Kreuzungsbereich vor der Hirsch-Apotheke
mit Hilfe eines Übungsfahrzeuges ein Tankunfall simuliert, bei
dem brennbare Flüssigkeiten ausgetreten waren und Menschen aus
dem Gefahrenbereich gerettet werden mussten. Die Rüthener
ABC-Gruppe forderte dazu Unterstützung des ABC-Zuges aus
Warstein/Belecke und Anröchte an. Die Mittlere Straße wurde bis
zur Einfahrt Stadthalle zum Einsatzort für Fahrzeuge und Geräte.
Dort wurde auch der Dekontaminationsplatz eingerichtet. Nie
zuvor konnte in Rüthen ein authentisches Einsatzszenario so
hautnah erlebt werden – Zuschauer waren ausdrücklich willkommen
und wurden per Lautsprecher über den Fortgang des
Einsatzgeschehens informiert. „So erhielt jeder einen Einblick,
wie aufwendig sich heute ein Einsatz darstellt und mit welcher
Spezialisierungsqualifikation die Feuerwehren ans Werk gehen“,
sagte Löschzugführer Franz-Josef Hüske.
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